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TÄTIGKEITSBEREICHE

Reduktion der Armut

Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Jeder zweite Mensch lebt von weniger als 2 $ pro Tag.
Jeder dritte Mensch ist nicht an eine Abwasserentsorgung angeschlossen.
Jeder vierte Mensch stirbt vor seinem 60. Geburtstag.
Jeder fünfte Mensch lebt in absoluter Armut.
Jeder sechste Mensch ist unterernährt oder hungert.


Angesichts der Komplexität und Vernetzung von politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Problemen der Entwicklungsländer hat sich die EWA auf den Bereich Ländliche Entwicklung spezialisiert. Die von der EWA seit 1986 praktizierte Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ist darauf ausgerichtet, die am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den Ländern des Südens (speziell West- und Ostafrika) in ihrem Selbsthilfeprozess zur Reduktion der Armut zu unterstützen. Die EWA beteiligt sich an der Planung von kleineren und mittleren Regionalprogrammen ihrer Partnerorganisationen, die thematisch und methodisch definiert sind; dies unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der nationalen Programme und der soziokulturellen Situation des jeweiligen Interventionsgebietes.

Stärkung der Selbsthilfekapazitäten

Das Ineinandergreifen von ökologischen, ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Faktoren macht die Analyse und das Lösen von Problemen, die sich daraus ergeben, komplex. Auch ist es zweckmäßig, einen „integrierten Ansatz“ zu verfolgen und das lokale, traditionelle Wissen der Bevölkerung zu nutzen; dies kann nur geschehen, wenn die Begünstigten an allen Etappen eines Projektes oder Programms teilnehmen, d. h. von der Identifizierung bis zur Planung, Umsetzung und Evaluierung der Maßnahmen. Der partizipative Ansatz der EWA beinhaltet die Einbindung und eine größtmögliche Übertragung von Verantwortung an die Begünstigten eines Programms, die der organisatorischen Situation der Begünstigten angepasst ist. Ein gut geplanter Kompetenztransfer soll die Weiterführung der Maßnahmen durch die Begünstigten auch nach Projektende ermöglichen.

Nachhaltige Inwertsetzung natürlicher Ressourcen unter Beachtung der ökologischen und menschlichen Balance

Im Rahmen unserer Projekte und Programme konzentrieren wir uns auf die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, d. h. jene Bestandteile eines Ökosystems, die von den Anwendern als kostbar angesehen werden; dies einerseits um ihren Fortbestand zu sichern oder auch aus kulturellen Gründen. Allgemein geht es dabei um Wasser, Boden, Pflanzen und Tiere. Neben dem Schutz des Kapitals natürliche Ressourcen (oder seiner Produktionsfaktoren) und der nachhaltigen Verbesserung der Produktivität der gleichen Produktionsfaktoren (diese beiden Aspekte bilden die Hauptachsen der Inwertsetzung), müssen alle Maßnahmen, die im Rahmen dieser Programme durchgeführt werden, besonders folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Einsatz angepasster Technologien, deren Handhabung auf lokaler Ebene gesichert sein muss;
  • Anerkennung und Anwendung von lokalem Know-how und lokalen Praktiken, die in die durchgeführten Maßnahmen und Aktivitäten vernünftig integriert werden können;
  • Förderung einer gleichgewichtigen Entwicklung zwischen Männer und Frauen;
  • Beachtung sozialer, kultureller und religiöser Besonderheiten sowie des sozio-ethnischen Gleichgewichtes der Region;
  • Maximierung der Einbindung der begünstigten Zielgruppen bei der Umsetzung der Maßnahmen (Beteiligung dieser in Form eines finanziellen Beitrages, Arbeitsleistung, sachlicher Beitrag, usw.);
  • Einbindung bestehender, lokaler Strukturen, Unterstützung und Entwicklung dieser (anstelle der Schaffung neuer Strukturen).

In unseren Projekten werden daher hauptsächlich produktive Sektoren begünstigt, wie z. B. Landwirtschaft (Getreideanbau und der Ernährung dienende, alte und angepasste neue Anbauformen, Gemüse- und Fruchtpflanzungen); Tierzucht und veterinärmedizinische Betreuung; Wasserversorgung (z. B. Sanierung bestehender und Bau neuer Brunnen, Bau von Wasserrückhaltebecken für landwirtschaftliche Bewässerungsmaßnahmen, Tiertränken, usw.); Aufforstungsmaßnahmen; Maßnahmen zum Schutz von Wasser und Boden sowie zur natürlichen Schädlingsbekämpfung; Sensibilisierung der Begünstigten in Bezug auf die Erhaltung ihrer Umwelt; Vermittlung von organisatorischen und technischen Fähigkeiten; usw.

HandwerkerInnen- und Kleingewerbeförderung

Der Handwerkerförderansatz der EWA entwickelte sich speziell im Kontext zu den agroökologischen Problemen in der Sahelzone aufgrund der katastrophalen Auswirkungen der Dürreperioden in den 70er und 80er-Jahren. Auf Basis von Feldstudien wurden daher in Zusammenarbeit mit den Partnern im Süden und mit finanzieller Unterstützung seitens der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sowie privater Geldgeber in den Jahren 1989 – 1994 im ländlichen Raum von Senegal und Burkina Faso Handwerkerförderprojekte konzipiert, die sich hauptsächlich auf den Aufbau von mechanischen Werkstätten und die Ausbildung der HandwerkerInnen zur Herstellung und Installation von Handpumpen zur Verbesserung der Wasserförderung sowie von landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen konzentrierten. Aufgrund der bestehenden Probleme der HandwerkerInnen, wie z. B.

  • geringes fachliches Qualifikationsniveau der HandwerkerInnen
  • Schwierigkeiten beim Zugang zu Produktionsmitteln
  • finanzielle Engpässe, kein Zugang zu Krediten
  • Nichtvorhandensein sozio-professioneller Organisationen
  • Mangel an Vermarktungsmöglichkeiten für handwerkliche Produkte

entwickelte sich seit 1995 das Konzept des Technologietransfers weiter in Richtung Handwerkerförderung.

Förderung von organisationellen Systemen der HandwerkerInnen
(Berufsverbände sowie Spar- und Kreditkassen)

Die Konsolidierung der bereits bestehenden, organisationellen Systeme, welche die HandwerkerInnen in die Lage versetzen, ihre Interessen autonom zu vertreten und ihre Probleme in Eigenverantwortung zu lösen, sind ein unverzichtbarer Bestandteil für eine nachhaltige Entwicklung in diesem Sektor. Die Förderungsmaßnahmen der ENTWICKLUNGSWERKSTATT AUSTRIA (EWA) sind komplementär und beschränken sich auf infrastrukturelle Verbesserungen und höher qualifizierende Maßnahmen. Weiters berücksichtigen sie nicht nur die Organisationen der HandwerkerInnen, sondern das gesamte Netzwerk der Akteure dieses Sektors – inklusive der staatlichen und dezentralen Strukturen, wenn dies zum Abbau struktureller Defizite erforderlich ist. Die Rollenklärung der einzelnen Akteure ist vor der Förderung partizipativ festzulegen und laufend zu evaluieren.

Frauenförderung

Dieser Gender-Ansatz, den die EWA vertritt, basiert auf der Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse und Interessen der Männer wie jener der Frauen. Die Männer sind daher ebenso in eine Gender-Politik einzubeziehen wie die Frauen. Angesichts der sozial sehr oft benachteiligten Position der Frauen (Arbeitsüberlastung, limitierter Zugang zu Ressourcen wie Boden, Kapital, Erziehung, Ausbildung, Unterrepräsentation auf Entscheidungsebene) verlangt die konsequente Verfolgung des Ansatzes konkrete Maßnahmen der Frauenförderung. Das bedeutet jedoch nicht nur eine Berücksichtigung der alltäglichen Bedürfnisse der Frauen, sondern auch ihrer strategischen Interessen; mit anderen Worten hat diese Strategie auch eine Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen der Frauen zum Ziel, vor allem ihre Einbindung in Entscheidungsgremien.

Desertifikationsbekämpfung

Desertifikation – (lateinisch: Wüstenbildung) bezeichnet die vor allem vom Menschen verursachte und/oder durch Klimaänderungen beeinflusste Ausdehnung wüstenartiger Regionen. Der Mensch ist gleichzeitig Verursacher und Opfer. Um die Ernährung für die stark wachsende Bevölkerungszahl zu gewährleisten, dehnt er seine Anbauflächen in für Landwirtschaft nicht geeignete Flächen aus. Zunehmender Viehbestand überweidet die natürlichen Weideflächen. Ebenso werden Bäume und Büsche abgeholzt, was wiederum die Erosion fördert. Gleichzeitig werden fruchtbare Flächen für den Anbau von zum Export bestimmten Monokulturen wie Soja, Baumwolle, Erdnüsse, usw. dem Nahrungsmittelanbau entzogen. Die intensive Wirtschaftsweise laugt die Böden in wenigen Jahren aus. Die deutlichste Erscheinungsform der Wüstenbildung ist der Rückgang der Vegetation. Nur genügsame und der Trockenheit angepasste Pflanzen können überleben. Es bleiben nur noch Sand, Stein und unfruchtbare Erde übrig, die nicht fähig sind, in Regenzeiten das Wasser aufzunehmen und zu speichern. Plötzlich auftretende Sturzbäche aus Regenwasser zerfurchen das Land, katastrophale Überschwemmungen und Erdrutsche sind die Folge. Der von Europa ausgehende Raubbau an der Natur beschränkt sich nicht auf den europäischen Kontinent. Mit unseren Produktionsweisen und Konsumbedürfnissen tragen wir unter anderem zur weltweiten Ausweitung der Exportlandwirtschaft und damit zu einer Zunahme der von der Bodenzerstörung und Desertifikation betroffenen Gebiete und Menschen bei.

Die Entwicklungswerkstatt Austria (EWA) arbeitet seit vielen Jahren in der Sahelzone Westafrikas und hat es sich zum Ziel gemacht, in diesen, von Trockenheit akut gefährdeten Gebieten, Maßnahmen zu setzen, um die natürlichen Ressourcen, wie Wasser, Boden und Vegetation zu schützen.
ENTWICKLUNGSWERKSTATT AUSTRIA
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